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Umwelt

Sanierung der Julius-Küchler-Straße mit Fokus auf den Baumschutz

Dendrologin prüft den vitalen Zustand der Platanen, Bauausführung schützt den Wurzelraum und entsiegelt Flächen

Von Neues aus Kaiserslautern08.09.26, 22:44

Straßenbäume erhalten bei Sanierung der Julius-Küchler-Straße besonderen Schutz

Bei der Sanierung der Julius-Küchler-Straße wird nach Angaben der Stadt großer Aufwand betrieben, um die dort stehenden Platanen zu erhalten. Das Teilstück auf Höhe der Kita Minimax und der Schillerschule, also zwischen dem Pfeifertälchen und der Feuerbachstraße, wird derzeit erneuert.

Baudezernent Manuel Steinbrenner erklärte bei einem Ortstermin, die Stadt versuche „alles im Rahmen einer Baumaßnahme, um bestehende Bäume zu schützen“. Für die Planung sei eigens eine Dendrologin hinzugezogen worden. Sie bescheinigte den Bäumen einen vitalen Zustand. Nach Angaben der Stadt ist es nicht selbstverständlich, bei einer Straßensanierung eine Baumgutachterin einzubeziehen.

Wurzelraum entscheidet über die Bauweise

Die Platanen in der Julius-Küchler-Straße haben demnach eine Besonderheit: Wegen des felsigen Untergrunds reichen ihre Wurzeln nicht tief, sondern verlaufen flach und weitläufig. Deshalb wurde früh entschieden, den Bäumen mehr Raum zu geben. Die Straße wird im Zuge der Sanierung auf eine Spur verkleinert und damit zur Einbahnstraße.

Auf der westlichen, von Bäumen gesäumten Straßenseite wird es außerdem keinen Gehweg mehr geben. Parken ist nur noch in dafür vorgesehenen Parkbuchten möglich. Dadurch sinkt die Zahl der Parkplätze von 33 auf 13. Rund 800 Quadratmeter sollen entsiegelt werden.

Für die Bauausführung bedeutet der empfindliche Wurzelraum ein besonders schonendes Vorgehen: Die Erde wird mit einem Saugbagger behutsam entfernt, statt grob mit schwerem Gerät abgetragen zu werden. Das verlängert die Arbeiten, soll die Bäume aber möglichst wenig beeinträchtigen.

Die Gesamtbaukosten für die Julius-Küchler-Straße werden mit 720.000 Euro angegeben. Knapp zehn Prozent davon entfallen nach Angaben der Stadt allein auf den Baumschutz.

Stadt setzt auf Nachpflanzungen und Neupflanzungen

In Kaiserslautern gibt es insgesamt 18.000 Stadtbäume. Muss ein Baum gefällt werden, wird mindestens eine Nachpflanzung vorgenommen. Für den Zeitraum von 2017 bis Mai 2026 nennt die Stadt 396 Fällungen und 415 geplante Ersatzpflanzungen.

Gemäß dem Klimaanpassungskonzept hat sich die Stadt 2020 verpflichtet, jährlich 20 Bäume zusätzlich zu den obligatorischen Ersatzpflanzungen neu zu setzen. Nach Angaben der Stadt wird diese Vorgabe sogar übertroffen: Zwischen 2021 und 2025 wurden knapp 200 Bäume neu gepflanzt.

Davon entfielen 60 Bäume auf Straßensanierungen und Straßenausbaumaßnahmen sowie 80 auf Friedhöfe. Weitere größere Neupflanzungen gab es beim Neubau der Schillerschule mit 28 zusätzlichen Bäumen und bei der Neugestaltung des Schulhofs am Rittersberggymnasium mit 15 zusätzlichen Bäumen.

Innenstadt stellt besondere Anforderungen

Die Stadt weist darauf hin, dass gerade in der Innenstadt neue Baumstandorte oft nur begrenzt möglich sind. Bei der Erschließung müssten verschiedene, teils gegensätzliche Anforderungen abgewogen werden, etwa zu Ver- und Entsorgungsleitungen, Stadtbild sowie Straßen- und Parkraum. Eine fachübergreifende Abstimmung sei deshalb notwendig.

Bei Neupflanzungen werde auf klimaangepasste, stadtklimafeste, standortgerechte und nach Möglichkeit insektenfreundliche beziehungsweise biodiversitätsfördernde Baumarten geachtet. Auch heimische Baumarten würden berücksichtigt. Zudem werden immer mehrere Baumarten gemischt, um das Risiko von Schädlingsbefall oder Krankheitsübertragungen zu verringern und unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Bei den letzten Maßnahmen wurden unter anderem Silber- und Winterlinden sowie Hopfen- und Hainbuchen gepflanzt.

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Manuel Steinbrenner im Gespräch mit den Fachleuten der Referate Stadtentwicklung, Tiefbau und Grünflächen sowie Henriette Lehmann vom Sachverständigenbüro Baum 4.
Foto: Stadt Kaiserslautern

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