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Von: Neues aus Kaiserslautern
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Betreff: PM: Straßenbäume erfordern besonderen Schutz
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit der Bitte um Veröffentlichung:
Straßenbäume erfordern besonderen Schutz
Julius-Küchler-Straße zeigt beispielhaft enormen Aufwand bei
Sanierungsmaßnahmen
Wenn eine Straße saniert wird, gibt es sehr viel zu beachten. Zu- und
Abfahrten müssen geregelt sein, gegebenenfalls Umleitungsstrecken
ausgewiesen sein. Eine zentrale Frage ist ferner, wo Leitungen verlaufen,
und ob diese erneuert werden müssen. Besondere Beachtung aber bekommen
Bäume, denn diese genießen seitens der Stadtverwaltung großen Schutz.
„Wir versuchen alles im Rahmen einer Baumaßnahme, um bestehende Bäume zu
schützen“, erläutert Baudezernent Manuel Steinbrenner im Rahmen eines
Ortstermins in der Julius-Küchler-Straße. Dort wird derzeit das Teilstück
auf Höhe der Kita Minimax und der Schillerschule, also zwischen dem
Pfeifertälchen und der Feuerbachstraße, saniert. Über die gesamte Länge
dieses Teilstücks verschönern groß gewachsene, mehrere Jahrzehnte alte
Platanen das Straßenbild, sorgen für Schatten und bieten wertvolle
Lebensräume für Vögel und Insekten.
In welch vitalem Zustand die Bäume sind, bescheinigte kürzlich eine eigens
für die Straßensanierung herangezogene Dendrologin. Dass im Rahmen einer
solchen Baumaßnahme eine Baumgutachterin hinzugezogen wird, ist alles
andere als selbstverständlich. „Wir halten das aber für das optimale
Vorgehen in solch einem Fall. Durch die Fachleute können wir Zustand und
Beschaffenheit der Bäume viel besser einschätzen, um diese sowohl in der
Bauplanung als auch in der Bauausführung bestmöglich berücksichtigen zu
können“, so der Beigeordnete.
Eine Besonderheit der Platanen in der Julius-Küchler-Straße ist, dass die
Wurzeln wegen des felsigen Untergrunds nicht sehr tief reichen und dafür
sehr flach und weitläufig ausgeprägt sind. Steinbrenner: „Daher haben wir
früh in der Planung bereits die Entscheidung gefällt, den Bäumen mit ihrem
Wurzelwerk mehr Raum zu geben.“ Die Straße wird dafür im Zuge der
Sanierung auf eine Spur verkleinert und folglich zur Einbahnstraße. Auch
einen Gehweg wird es auf der von Bäumen gesäumten westlichen Straßenseite
nicht mehr geben, Parken ist nur in dafür vorgesehenen Parkbuchten
möglich, wodurch die Zahl der Parkplätze von 33 auf 13 fällt. „Rund 800 m²
können so entsiegelt werden, womit wir den Platanen mehr Luft zum Atmen
geben können“, freut sich der Baudezernent über den positiven Effekt.
Für die Bauausführung bedeutet das feine flache Wurzelwerk: Behutsames
Entfernen der Erde mit dem Saugbagger statt einfachem Abtragen mit grobem
Gerät – also ein eher langsames, baumschonendes Vorgehen statt
schnellstmöglicher Bauabwicklung. Dass all das nicht nur Zeit, sondern
auch Geld kostet, ist klar. Knapp zehn Prozent der Gesamtbaukosten von
720.000 Euro entfallen im Falle der Julius-Küchler-Straße nur auf den
Baumschutz. „Aber das ist es uns wert, wir kämpfen um jeden Baum!“, so
Steinbrenner.
Nachpflanzungen und Neupflanzungen
Insgesamt 18.000 Stadtbäume gibt es in Kaiserslautern. Wenn ein Baum
gefällt werden muss, gibt es mindestens eine Nachpflanzung. So kommen auf
396 Fällungen (Zeitraum: 2017 – Mai 2026) 415 geplante Ersatzpflanzungen.
Gemäß dem Klimaanpassungskonzept hat sich die Stadt 2020 verpflichtet,
jährlich 20 Bäume zusätzlich zu diesen obligatorischen Ersatzpflanzungen
neu zu setzen. Auch hier erfüllt die Stadt mehr als die reine Pflicht.
Zwischen 2021 und 2025 wurden knapp 200 Bäume neu gepflanzt, davon alleine
60 im Zuge von Straßensanierungen und Straßenausbaumaßnahmen und 80 auf
den Friedhöfen. Weitere größere Neupflanzungen fanden etwa im Rahmen des
Neubaus der Schillerschule (28 zusätzliche Bäume) und bei der
Neugestaltung des Schulhofs am Rittersberggymnasium (15 zusätzliche Bäume)
statt.
Allerdings muss man festhalten, dass gerade in der Innenstadt
Baumpflanzungen an vielen Stellen in der Praxis leider oftmals enge
Grenzen gesetzt sind. Bei der Erschließung neuer Baumstandorte sind viele
oft gegensätzliche Gegebenheiten gegeneinander abzuwägen und zu
priorisieren. Fachübergreifende Verständigung etwa im Hinblick auf Ver-
und Entsorgungsleitungen, Stadtbild sowie Straßen- und Parkraum ist daher
zwingend notwendig, was eine Neupflanzung an vielen Stellen oft nicht oder
nur erschwerend zulässt.
Wird ein Baum neu gepflanzt, wird darauf geachtet, dass es sich um
klimaangepasste, stadtklimafeste, standortgerechte und nach Möglichkeit
insektenfreundliche / biodiversitätsfördernde Baumarten handelt. Auch ein
gewisser Anteil heimischer Baumarten wird bei der Baumauswahl
berücksichtigt. Generell werden immer mehrere Baumarten gemischt, um das
Risiko von Schädlingsbefall oder Krankheitsübertragungen an einem Standort
zu minimieren und ferner auch möglichst vielen Ansprüchen – gerade auch in
Hinblick auf die Biodiversität – gerecht zu werden. Bei den letzten
Maßnahmen wurden u.a. Silber- und Winterlinden oder Hopfen- und Hainbuchen
gepflanzt.
BU: Manuel Steinbrenner im Gespräch mit den Fachleuten der Referate
Stadtentwicklung, Tiefbau und Grünflächen sowie Henriette Lehmann vom
Sachverständigenbüro Baum 4.
Foto: Stadt Kaiserslautern
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