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Umwelt

Ludwigshafen entsiegelt und gestaltet Innenstadtplätze

Ab September beginnen Umbaumaßnahmen an vier zentralen Orten wie Theaterplatz und Bürgerhof – mit rund 3,8 Millionen Euro Investitionssumme.

Von Redaktion Ludwigshafen am Rhein07.09.26, 15:58

Ludwigshafen will in den kommenden Monaten mehrere öffentliche Plätze in der Innenstadt entsiegeln und umgestalten, um besser gegen Hitzestress und Klimafolgen gewappnet zu sein. Nach Angaben der Stadt beginnen die Arbeiten bereits im September an vier zentralen Plätzen. Oberbürgermeister Prof. Dr. Klaus Blettner sprach von einer Aufgabe, die aus Verantwortung für heutige und kommende Generationen verwaltungsübergreifend und kontinuierlich angegangen werde.

Start im September an vier zentralen Plätzen

Zu den ersten Standorten gehören der Theaterplatz, der Hans-Klüber-Platz, der Karl-Kornmann-Platz und der Bürgerhof. Insgesamt investiert die Stadt nach Angaben von Bau- und Umweltdezernent Alexander Thewalt allein in diese vier Plätze rund 3,8 Millionen Euro. Die Maßnahmen werden demnach zu hundert Prozent gefördert. Bis Ende des Jahres soll der größte Teil der Arbeiten geschafft sein.

Theaterplatz

Auf dem Theaterplatz werden rund 400 Quadratmeter entsiegelt. Der Randbereich wird bepflanzt. In der Mitte sollen der technisch modernisierte Brunnen an der Pfalzsäule sowie eine überschirmte Verschattung mit Sitzmöglichkeiten für Abkühlung sorgen. Zusätzlich ist dort ein Trinkwasserbrunnen vorgesehen.

Hans-Klüber-Platz

Auch der Hans-Klüber-Platz wird umgestaltet. Dort sollen rund 400 Quadratmeter entsiegelt, 20 Bäume gepflanzt und dauerhafte Staudenbeete angelegt werden. Für zusätzliche Kühlung ist eine Bewirtschaftung mit Regenwassersystem geplant. Dachflächenwasser soll in einer unterirdischen Zisterne gesammelt und vor Ort zur Bewässerung genutzt werden. Außerdem wird ein Trinkbrunnen installiert.

Der Platz ist bereits seit über zehn Jahren durch den hack-museumsgARTen des Wilhelm-Hack-Museums geprägt, der als grüne Oase und Begegnungsort beschrieben wird. Nach Angaben der Stadt wurden die Planungen gemeinsam mit dem Museum und den Gärtnerinnen und Gärtnern des Hackgartens entwickelt.

Karl-Kornmann-Platz

Am Karl-Kornmann-Platz soll es ebenfalls schattiger und kühler werden, ohne die Nutzung für Veranstaltungen am Kulturzentrum „dasHaus“ zu beeinträchtigen. Die Begrünung ist vorwiegend an den Randbereichen und an der Gebäudefassade vorgesehen. Der Platz soll zudem Raum zum Verweilen und zur Begegnung sowie einen Trinkwasserbrunnen erhalten.

Bürgerhof

Beim Bürgerhof setzt die Stadt auf eine besondere Verschattungslösung. Da unter der Fläche eine Tiefgarage liegt und der Bereich nur begrenzt Last tragen kann, sind dort keine tief wurzelnden Bäume möglich. Stattdessen soll ein filigranes Dach aus einem Edelstahl-Raumnetz entstehen, das sich an Stahlträgerbögen aufspannt. Die Träger münden in etwa vier Meter hohen, skulpturalen Stahlvasen, die mit Bewässerungstechnik, Wassertank und Baumsubstrat ausgestattet sind. In diesem System sollen Bäume und Kletterpflanzen in die Netze hochwachsen und für natürlichen Blattschatten sorgen.

Eine integrierte Photovoltaik-Anlage soll Energie für die Beleuchtungstechnik liefern. Der neue Ort soll auch bei Dunkelheit eine angenehme Atmosphäre bieten.

Weitere Maßnahmen in der Stadt

Die Stadt verweist darüber hinaus auf weitere Projekte mit Fokus auf Hitzeschutz und Klimaanpassung. Im Hemshof sei der Spielplatz Welser-/Blücherstraße mit Bäumen, Trinkwasserbrunnen und neuen Spielgeräten ausgestattet worden und stehe kurz vor der Fertigstellung. Auch hier habe die Verwaltung den Austausch mit dem Kinderbüro und benachbarten Kitas gesucht.

Nach der bereits erfolgten Umgestaltung des Schulhofs im Schulzentrum Mundenheim stehen laut Stadt aktuell die Aufwertung der Schulhöfe der Albert-Schweitzer-Schule, der Erich Kästner Schule und der Langgewannschule an. In den kommenden Jahren sollen zudem Flächen entsiegelt und Bäume gepflanzt werden an der Niederfeldschule, der Hochfeldschule, der Lessingschule, der Grundschule in der Pfingstweide, der Goethe-Mozart-Schule und der Rupprechtschule.

Perspektivisch soll auch der Friedrich-Wilhelm-Wagner-Platz im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts aufgewertet werden. Gleiches gilt für den Innenhof des Bürgermeister-Reichert-Hauses, der saniert werden soll und dann Wasserspiele, eine Bepflanzung, Mobiliar und einen Trinkbrunnen erhalten soll.

Maudacher Bruch und „Ludwigsbäume“

Nach Angaben der Stadt sind auch die Planungen für die Wiedervernässung des Maudacher Bruchs gestartet. Dabei geht es um die Wiederherstellung eines Niedermoors mitten in der Stadt, das sich positiv auf Klima und Wasserhaushalt auswirken soll. Unter der Überschrift „Ludwigsbäume“ will Ludwigshafen in den kommenden Jahren allein 1,37 Millionen Euro in die Entsiegelung von Flächen und das Anpflanzen klimaresilienter Bäume investieren.

Für die Nördliche Innenstadt, die Südliche Innenstadt und Ruchheim seien bereits gemeinsam mit den Ortsbeiräten Standorte abgestimmt worden. Parallel dazu sollen in den Außenbereichen Streuobst, Hecken und Sträucher gepflanzt werden. Diese drei Maßnahmen werden nach Angaben der Stadt vom Bundesumweltministerium im „Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz“ gefördert. Insgesamt fließen dafür mit Bundesmitteln rund 4,5 Millionen Euro in Klimaanpassung und Klimaschutz.

Oberbürgermeister Blettner betonte, die Stadt könne nicht von heute auf morgen hitzefest gemacht werden, aber jetzt würden die Weichen gestellt für die Lebensbedingungen in zehn oder zwanzig Jahren. Klimaanpassung und Klimaschutz seien eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

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