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Spuren von Ludwig Nett in Lahnstein: Malerei und Karneval

Der Künstler hinterließ über viele Jahre sichtbare Werke und engagierte sich jahrzehntelang im Karneval

Von Redaktion Lahnstein11.09.26, 19:00

Vor zehn Jahren, am 10. September 2016, starb Ludwig Nett. Der Künstler und leidenschaftliche Karnevalist hat in Lahnstein über viele Jahre sichtbare Spuren hinterlassen. Seine Aquarelle, Ölbilder und Federzeichnungen halten Erinnerungen an die Stadt und ihre Motive fest und verbinden Kunst mit Heimatverbundenheit.

Nett widmete sich vor allem der gegenständlichen Malerei und orientierte sich am Impressionismus. Seine Sujets fand er häufig in unmittelbarer Umgebung: Burg Lahneck, Johanniskirche, Wirtshaus an der Lahn, Altes Rathaus, Hexenturm und Martinsschloss gehören ebenso dazu wie verwinkelte Fachwerkhäuser und die Gassen von Niederlahnstein. Daneben malte er auch Blumensträuße, Szenen bei der Ernte oder Schwäne an der Uferpromenade. Viele Orte und Augenblicke griff er immer wieder auf und setzte sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln in Szene.

Mit der Malerei begann Ludwig Nett 1970. 1990 zeigte er eine eigene Ausstellung mit 59 Werken in der Hospitalkapelle Lahnstein unter Schirmherrschaft des damaligen Innenministers Rudi Geil. 2008 stellte er im Pfarrsaal St. Barbara aus. Außerdem organisierte er viele Jahre lang eine Ausstellung Lahnsteiner Freizeitkünstler in der Stadthalle.

Ein Leben in Lahnstein

Ludwig Nett wurde am 22. Mai 1934 geboren und wuchs als Kind des Anstreichers Johann Nett und seiner Ehefrau in der Holzgasse auf. Sein Vater hatte bereits beliebte Lahnsteiner Motive in Öl gemalt, darunter die Johanniskirche, den Kleeberger Hof und das Wirtshaus an der Lahn. 1960 heiratete Ludwig Nett Stefanie Noll; das Paar hatte vier Kinder.

Neben der Malerei war das Angeln eine weitere Leidenschaft. Nett, der auch „Hutschel“ genannt wurde, war Mitglied im Anglerclub Niederlahnstein. Große Anglerreisen führten ihn bis nach Alaska.

Prägend im Karneval

Auch der Karneval spielte in seinem Leben eine große Rolle. Alljährlich stieg er mit seinem Freund Toni Schlösser in die Bütt. In heiteren Zwiegesprächen begeisterten die beiden über vier Jahrzehnte hinweg jedes Jahr erneut die Niederlahnsteiner Karnevalisten. Viele Jahre lang war Nett zudem mit den Schlösser-Brüdern und Ernst Rech als einer der legendären Zylindermänner in schwarzem Frack und Zylinder aktiv. Darüber hinaus arbeitete er als Bühnenbauer beim Niederlahnsteiner Carneval Verein.

Für den Kur- und Verkehrsverein bemalte er das metallische Eisen des Lehner Ankers mit dem Lahnsteiner Wappenschild. Im Jahr 1998 erhielt er selbst die Auszeichnung. Ebenfalls 1998 wurde eine Postkartenserie mit einigen seiner Ölgemälde mit Lahnsteiner Motiven in 500 gedruckten Sets verkauft und machte die Sehenswürdigkeiten der Stadt nach Angaben der Mitteilung auch über Lahnstein hinaus bekannt.

Am 10. September 2016 wurde Ludwig Nett auf dem Friedhof Allerheiligenbergstraße beigesetzt. Seine Kunst und sein Humor bleiben mit Lahnstein verbunden.

Bildunterzeilen

Bild 1: Ludwig Nett mit seinen Bildern in der Künstlerausstellung 2004 in der Stadthalle

Bild 2: Collage verschiedener Lahnsteiner Sehenswürdigkeiten gemalt von Ludwig Nett

Bild 3: Das Wirtshaus an der Lahn um 1900, in Öl gemalt von Ludwig Nett, gedruckt als Postkarte

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Das Wirtshaus an der Lahn um 1900, in Öl gemalt von Ludwig Nett, gedruckt als Postkarte
Das Wirtshaus an der Lahn um 1900, in Öl gemalt von Ludwig Nett, gedruckt als PostkarteFoto: Bernd Geil / Stadtverwaltung Lahnstein) Bild 2: Collage verschiedener Lahnsteiner Sehenswürdigkeiten gemalt von Ludwig Nett Bild 3: Das Wirtshaus an der Lahn um 1900, in Öl gemalt von Ludwig Nett, gedruckt als Postkarte (Fotos: Sammlung Stadtarchiv Lahnstein) Die Bilder dürfen unter Benennung derBild 1 von 3

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