Postkartensammlung für die Nachwelt: Hans Hamm und das Stadtarchiv Lahnstein
Die Beiträge des Heimatforschers und sein Engagement im Schützenwesen und Altertumsverein sowie die Übergabe der Sammlung an das Stadtarchiv
Der Heimatforscher Hans Hamm wäre in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden. Der 2020 verstorbene Lahnsteiner war jahrzehntelang ein leidenschaftlicher Sammler von Postkarten aus Lahnstein und Umgebung. Seine Sammlung stellte er dem Stadtarchiv für Ausstellungen, Bildbände, Kalender und Presseberichte zur Verfügung und machte so sein Hobby für viele Menschen sichtbar.
Leben und beruflicher Weg
Hans Hamm wurde am 2. September 1926 in Oberlahnstein als Sohn des städtischen Friedhofswärters Lorenz Hamm geboren. Seine Kindheit verbrachte er beim Friedhof an der Sebastianusstraße. Nach der Volksschule absolvierte er von 1941 bis 1943 eine Ausbildung zum Eisenschiffbauer bei der Nassauischen Eisenschmiede der Geschwister Helbach, die die Helling in Niederlahnstein betrieben.
Im September 1943 wurde Hamm als 17-Jähriger zum Reichsarbeitsdienst eingezogen und bis Dezember 1943 eingesetzt. Im Mai 1944 folgte die Einziehung zur Marine. Am 31. Juli 1945 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft in Dänemark zurück. Bereits sechs Wochen später begann er bei der Deutschen Reichbahn, zunächst bei der Bahnmeisterei als Schlosser und Schweißer. In dieser Zeit half er bei der Wiedererrichtung der kriegszerstörten Eisenbahnbrücke über die Lahn, die Ende Januar 1946 gehoben werden konnte.
Später absolvierte er in der Werkstatt des Bahnbetriebswerks eine zweijährige Ausbildung als Heizer und wurde im Fahrdienst eingesetzt. Nach der Lokführerprüfung 1950 arbeitete er bis zur Pensionierung als Lokführer.
Engagement für Heimatgeschichte und Schützenwesen
Seit 1983 widmete sich Hans Hamm wieder ganz seinen Hobbys, der Heimatgeschichte und dem Schießen. Bereits mit 16 Jahren war er Mitglied in der Oberlahnsteiner Schützengesellschaft geworden, der er 78 Jahre lang angehörte. Für seine Treue wurde er mit der Ehrennadel des Deutschen und Rheinischen Schützenbundes ausgezeichnet. 1967 war er Schützenkönig.
Darüber hinaus war Hamm langjähriges Vorstandsmitglied des Lahnsteiner Altertumsvereins. Gemeinsam mit Dr. Fritz Nohr organisierte er in den 1980er Jahren stadtgeschichtliche Ausstellungen, die vor allem in den Kurthermen zu sehen waren. In den 1990er Jahren veröffentlichte er zusammen mit seinem Freund Joe Juhnke über mehrere Jahre hinweg wöchentlich im Rhein-Lahn-Kurier Beiträge zur Stadtgeschichte, unter anderem über Lahnsteiner Gaststätten, Gewerbe und Handel. Zu jeder Folge steuerte er die passenden Ansichtskarten bei.
Auch das Stadtarchiv unterstützte er über viele Jahre bei Ausstellungen zur Stadtgeschichte, darunter Kriegs- und Eisenbahnausstellungen. Dabei brachte er auch entsprechende Fundstücke ein, etwa Munitionsüberbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg und Notgeld aus den Inflationszeiten nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg.
Sammlung bleibt erhalten
Mit Hans Hamm starb am 2. November 2020 ein Kenner seiner Heimat, der jede Veränderung vor Ort seit 1880 mit Lithographien und Karten belegen konnte. Seine Erben vermachten die große Sammlung dem Stadtarchiv Lahnstein, damit sie der Nachwelt erhalten bleibt und der Forschung zur Verfügung steht.
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