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Rettungsdienstbehörde Mainz-Bingen weist anonyme Kritik an Vorhalteänderungen zurück

Landrat Thomas Barth sieht einen Optimierungsprozess zur besseren Patientenversorgung – Evaluierung nach Umsetzung und Erprobung

Von Redaktion LK Mainz-Bingen11.09.26, 19:26

Die Rettungsdienstbehörde des Kreises Mainz-Bingen weist anonyme Kritik an den geplanten Vorhalteänderungen im Rettungsdienstbereich Mainz zurück. In einer am 10. September 2026 in Ingelheim verbreiteten Mitteilung betont Landrat Thomas Barth, es handele sich um einen „sinnvollen kontinuierlichen Optimierungsprozess“, wie er auch in Rettungsdienstgesetzen anderer Länder vorgesehen sei.

Barth sagte, es gehe um eine optimierte Patientenversorgung in der Fläche. Zugleich räumte er ein, dass sich durch neue Dienstpläne und Einsatzorte für einzelne Beschäftigte berufliche Rahmenbedingungen verändern. Dies sei nach seinen Angaben im Kreistag offen kommuniziert worden.

Der Landrat hält es nach eigenen Worten für fahrlässig, die jetzt vorgestellten Verbesserungen nicht umzusetzen, obwohl sie von langjährig im Rettungsdienst erfahrenen Fachleuten erarbeitet worden seien. Die Maßnahmen seien nicht „über Nacht“ entstanden, sondern unter Berücksichtigung aller notwendigen Variablen entwickelt worden. Nach der Umsetzung und Erprobung sollen sie laut Mitteilung evaluiert und bei Bedarf nachgebessert werden.

Im Zusammenhang mit der Kritik stellt der Ärztliche Leiter Rettungsdienst, Dr. Carsten Lott, mehrere Punkte aus seiner Sicht klar. So bleibe nach der Fahrzeugverschiebung nach Gau-Bickelheim im Stadtgebiet ein Rettungswagen 24 Stunden lang im Einsatz, zusätzlich ein weiterer Rettungswagen tagsüber für 12 Stunden. In den Außenbereichen Gensingen und Münster-Sarmsheim seien zudem zwei weitere Rettungswagen stationiert, die ebenfalls in Bingen eingesetzt würden, auch nachts.

Zur Einsatzfrequenz des Rettungswagens aus Bingen-Stadt teilt die Behörde mit, dieser rücke durchschnittlich 2,2 Mal pro Nacht aus und nicht acht Mal, wie in einem Presseartikel erwähnt worden sei. Die durchschnittliche Einsatzzeit liege bei 74 Minuten.

Erwartete Wirkung der Verlegung

Nach Darstellung der Rettungsdienstbehörde soll sich die Zielerreichung auf der gesamten Fläche durch die Verlegung künftig deutlich verbessern. Im Einzugsbereich des neuen Standorts in Gau-Bickelheim werden demnach etwa 11.000 Notfalleinsätze pro Jahr gefahren, überwiegend mit Fahrzeugen aus dem Raum Bingen. Weil diese künftig nicht mehr die 15 Minuten von Bingen zum Einsatzort rund um Gau-Bickelheim fahren müssten, verkürze sich die Fahrzeugbindung um bis zu 2.750 Stunden pro Jahr. Das entspreche 7,5 Rettungswagen-Stunden pro Tag, heißt es in der Mitteilung.

Die Kreisverwaltung verweist in diesem Zusammenhang auf die bereits im Kreistag vorgestellten Analysen zur Versorgungssituation im Rettungsdienstbereich Mainz. Einen früheren Bericht dazu finden Sie hier.

Einordnung zum Heilig-Geist-Hospital Bingen

Auch die Umwandlung des Heilig-Geist-Hospitals in Bingen ordnet Dr. Lott in der Mitteilung für den Rettungsdienst ein. Die Notaufnahme werde nicht geschlossen, sondern künftig nur noch für niedrigschwellige Erkrankungen 24 Stunden lang geöffnet sein. Für den Rettungsdienst sei der Effekt der Umwandlung nach Angaben der Behörde gering, weil bereits vor Beginn der Transformation rund zwei Drittel der Patienten aus dem Einzugsbereich des Hospitals nicht nach Bingen gebracht worden seien.

Zum Abschluss betont die Behörde, man habe im Kreistag auch gegenüber den Mitarbeitenden der Sanitätsorganisationen zu offener Kommunikation aufgerufen. Ein sachlich fundierter kritischer Diskurs führe nach Kenntnis der Verwaltung nicht zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen. Diskussionen sollten auf Fakten beruhen und lösungsorientiert geführt werden.

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