Kaiserslautern präsentiert erste Ergebnisse zur Online-Umfrage zum Sicherheitsgefühl
Befragung von 2.442 Menschen (25. Februar bis 12. April) liefert Hinweise für mögliche Ansatzpunkte und soll durch Interviews vertieft werden
Erste Ergebnisse der Online-Umfrage zum Sicherheitsgefühl vorgestellt
Wie sicher sich Menschen in ihrer Stadt fühlen, prägt ihren Alltag. Ob sie sich gerne in der Innenstadt aufhalten, bestimmte Orte meiden oder darauf vertrauen, dass Probleme wahrgenommen und angegangen werden, war jetzt Thema einer Online-Umfrage im Auftrag der Stadt Kaiserslautern. Erste Ergebnisse wurden in einer öffentlichen Sitzung des Kriminalpräventiven Rats der Stadt, der SiKa, vorgestellt. An der Sitzung nahm auch Dirk Herber, Staatssekretär im Innenministerium des Landes, teil. Geleitet wurde sie von Bürgermeister Manfred Schulz.
Die offene Online-Befragung wurde vom 25. Februar bis 12. April durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich 2.442 Menschen. Die Auswertung umfasst quantitative Daten zu 31 Fragen und mehr als 11.100 individuellen Antworten. Nach Angaben der Stadt stand bei der gewählten Methode nicht die statistische Abbildung der Gesamtbevölkerung im Mittelpunkt, sondern die Gewinnung möglichst vieler Hinweise auf Ursachen von Unsicherheit und mögliche Ansatzpunkte für Verbesserungen.
Teilnehmen konnten Bürgerinnen und Bürger der Stadt ab 14 Jahren. Wissenschaftlich ausgewertet wird die Befragung durch das Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz (ism) gGmbH.
Unterschiedliche Wahrnehmungen des Sicherheitsgefühls
Die Ergebnisse zeigen, dass das Sicherheitsgefühl nicht von allen Menschen gleichermaßen wahrgenommen wird. Teilnehmerinnen bewerten ihr Sicherheitsgefühl insgesamt deutlich schlechter als männliche Teilnehmer. Auch eigene Erfahrungen spielen eine Rolle: Personen, die in den vergangenen zwei Jahren selbst von Kriminalität betroffen waren, äußern deutlich häufiger die Sorge, erneut Opfer einer Straftat zu werden. Dieser Personenkreis war mit 39 Prozent zudem stark unter den Teilnehmenden vertreten.
Für die weitere Analyse sei es deshalb wichtig, unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungshintergründe einzubeziehen und nicht von einem einheitlichen Sicherheitsempfinden der Bevölkerung auszugehen, heißt es in der Mitteilung.
Genannte Unsicherheitsfaktoren in der Innenstadt
Zum Unsicherheitsgefühl tragen den Ergebnissen zufolge häufig wahrgenommene Störungen der öffentlichen Ordnung und die Beobachtung normabweichenden Verhaltens bei. Bei den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten zu möglichen Wahrnehmungen dieser Art wurden bezogen auf die Innenstadt insbesondere genannt:
- Abfall und Schmutz: 85,6 Prozent
- herumlungernde Personen: 80,7 Prozent
- Vandalismus: 74,8 Prozent
Auch die Orte, an denen das Unsicherheitsgefühl besonders stark ist, wurden klar benannt: das Umfeld der Mall, der Hauptbahnhof und das Rathausumfeld. An diesen Orten gaben mehr als zwei Drittel der Teilnehmenden an, sich bereits bei Tageslicht eher oder sehr unsicher zu fühlen. Bei Dunkelheit steigt dieser Anteil auf 80 bis 90 Prozent.
Weitere Schritte im Verfahren
Die Online-Befragung ist der erste Baustein eines mehrstufigen Prozesses. Nach der Besprechung der Ergebnisse im Lenkungskreis der SiKa sollen sie nun durch qualitative Interviews vertieft werden. Dabei sollen insbesondere unterschiedliche Perspektiven auf die Situation in der Innenstadt einbezogen und die Ursachen des Unsicherheitsempfindens weiter untersucht werden.
Auf dieser Grundlage werden gemeinsam mit der Stadtverwaltung, der Polizei und der SiKa konkrete Handlungsempfehlungen und ein Maßnahmenplan zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls im öffentlichen Raum entwickelt.
Die Befragung ist Teil der Initiative „Sicherheitsgefühl in Kommunen stärken (InSiKo)“ und wird durch die Leitstelle Kriminalprävention finanziell vom Innenministerium Rheinland-Pfalz gefördert.
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