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Verkehr

Speyer bereitet sich auf erhöhte Verkehrsbelastungen vor

Kurzfristige Maßnahmen umfassen Verbesserungen im Nahverkehr und die kostenfreie Shuttle-Nutzung der Linie 561 vom 22. bis 25. September 2026

Von Redaktion Speyervor 4 Tagen

Speyer stellt sich auf erhebliche Verkehrsbelastungen nach der Vollsperrung der B 9 ein. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hatte am Abend des 18. September mitgeteilt, dass die B 9 in Höhe der Anschlussstelle L 528/Iggelheimer Straße (Bauhaus) wegen massiver Brückenschäden an zwei Teilbauwerken von Samstag, 19. September 2026, an bis auf Weiteres voll gesperrt wird. Nach Angaben der Stadtverwaltung wird dies spürbare Folgen für die Verkehrsströme in und um Speyer haben.

Die Stadt bereitet nach eigenen Angaben verschiedene Maßnahmen vor, um die Belastungen möglichst abzumildern. Dazu zählen kurzfristige Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr. So kann der Shuttle der Linie 561 von Dienstag, 22. September, bis Freitag, 25. September 2026, kostenfrei genutzt werden. Eine kurzfristigere Umsetzung sei nach Angaben des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar nicht möglich.

Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler betonte, die Vollsperrung treffe Speyer an einer empfindlichen Stelle. Sie verwies auf die Belastungen für Unternehmen, Pendlerinnen und Pendler sowie für den Wirtschafts- und Schwerlastverkehr. Auch Rettungs- und Einsatzkräfte sowie Handel, Gastronomie und Tourismus seien betroffen. Gleichzeitig müsse bei massiven Schäden an Brückenbauwerken die Sicherheit der Menschen an erster Stelle stehen. Die Stadt werde ihren Beitrag leisten und alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Mobilität in Speyer aufrechtzuerhalten, sagte Seiler. Dazu gehöre auch, den Umstieg auf Bus und Bahn zu erleichtern und zusätzliche Kapazitäten im Schienenpersonennahverkehr einzusetzen.

Auswirkungen auf Pendler, Wirtschaft und Schülerverkehr

Speyer hat nach Angaben der Stadt rund 32.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort und einen Einpendlerüberschuss von rund 22.500 Beschäftigten. Die B 9 sei eine zentrale Nord-Süd-Verbindung. Ihr Ausfall werde sich insbesondere auf Berufspendlerinnen und Berufspendler, den Wirtschafts- und Schwerlastverkehr zu den Gewerbegebieten und zum Hafen sowie auf Betriebe auswirken, in denen mobiles Arbeiten nicht möglich ist. Auch Handel, Gastronomie und Tourismus seien betroffen.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt habe die Unternehmen bereits über die aktuelle Verkehrslage informiert und werde in den kommenden Tagen die betriebliche Betroffenheit abfragen. Die Stadt bittet Unternehmen, gemeinsam mit ihren Beschäftigten kurzfristig nach Möglichkeiten zu suchen, die Auswirkungen auf die täglichen Arbeitswege abzufedern. Genannt werden unter anderem Homeoffice, flexible Arbeitszeiten und Fahrgemeinschaften, soweit dies betrieblich möglich ist.

Auch die Stadtverwaltung setzt nach eigenen Angaben kurzfristig pragmatische Lösungen um. Dazu gehören eine vorübergehende Ausweitung von Homeoffice-Möglichkeiten und flexiblere Arbeitszeiten, soweit dies dienstlich möglich ist. Zudem betrifft die veränderte Verkehrssituation auch Schülerinnen und Schüler aus dem Umland, für deren Beförderung die Stadt die Auswirkungen im Blick hat.

Appell zum Umstieg auf Bus und Bahn

Um die Belastung des Straßennetzes zu begrenzen, bittet die Stadtverwaltung alle Bürgerinnen und Bürger, Pendlerinnen und Pendler sowie Besucherinnen und Besucher, wann immer möglich auf Bus und Bahn umzusteigen. Auch Fahrgemeinschaften und der Verzicht auf nicht notwendige Autofahrten könnten dazu beitragen, die Verkehrsbelastung zu reduzieren. Je weniger zusätzliche Fahrzeuge unterwegs seien, desto besser könnten die notwendigen Verkehrswege für den verbleibenden Verkehr sowie für Rettungs- und Einsatzkräfte freigehalten werden.

Die Stadt hat sich nach eigenen Angaben zudem bei den zuständigen Partnern für eine kurzfristige Stärkung des Schienenpersonennahverkehrs eingesetzt. Im Mittelpunkt stehen zusätzliche Kapazitäten auf den relevanten Verbindungen von und nach Speyer, insbesondere in den morgendlichen und nachmittäglichen Hauptverkehrszeiten. Geprüft werden sollen zusätzliche Fahrten sowie der Einsatz längerer beziehungsweise kapazitätsstärkerer Züge.

Regionalbuslinien und Stadtbusverkehr verkehren weiter. Wegen des zusätzlichen Verkehrs ist allerdings mit abschnittsweisen Verzögerungen zu rechnen. Für kurze Wege im Nahbereich empfiehlt die Stadt, soweit möglich, das Fahrrad zu nutzen.

Umleitungen und weiterführende Informationen

Der LBM richtet für die gesperrte B 9 großräumige Umleitungsstrecken ein. Die Stadtverwaltung bittet alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, diese ausgewiesenen Umleitungen zu nutzen und mehr Zeit für ihre Wege einzuplanen. Gerade in den ersten Tagen sei mit erhöhtem Verkehrsaufkommen und längeren Fahrtzeiten zu rechnen. Wenn möglich, sollten Fahrten außerhalb der morgendlichen und nachmittäglichen Stoßzeiten geplant werden.

Informationen zu den konkreten Umleitungsstrecken und zur aktuellen Verkehrslage stellt der Landesbetrieb Mobilität unter folgendem Link bereit: lbm.rlp.de/grossprojekte/regionale-projekte/b-9-/-l-528-vollsperrung-der-umgehung-speyer

Bürgertelefon eingerichtet

Für Fragen zu den Auswirkungen der B 9-Vollsperrung hat die Stadt Speyer ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist unter der Rufnummer 06232 14-1312 erreichbar.

Der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz hat zudem eine E-Mail-Adresse für Bürgeranfragen eingerichtet: [email protected]

Die Stadtverwaltung kündigt an, die Entwicklung der Verkehrssituation eng zu begleiten und fortlaufend zu bewerten. Soweit möglich, sollen weitere Maßnahmen zur Entlastung des Straßennetzes ergriffen werden. Dazu gehört auch die Prüfung, ob anstehende Baumaßnahmen im Straßennetz zeitlich verschoben werden können, um zusätzliche Belastungen möglichst zu vermeiden. Über wichtige Änderungen und weitere Maßnahmen will die Stadt fortlaufend informieren.

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