Gottfried Landmann: Leben und Wirken in Tsingtau sowie in Oberlahnstein
Der Kaufmann und frühere Bierbrauer lebte ab 1909 in Oberlahnstein im Haus Rheineck gegenüber der Heilig-Geist-Kapelle und starb dort am 16. August 1926.
Gottfried Landmann, ein Kaufmann und ehemaliger Bierbrauer aus Tsingtau, lebte ab 1909 mit seiner Familie in Oberlahnstein im heute als „Haus Rheineck“ oder Villa Landmann bekannten Gebäude gegenüber der Heilig-Geist-Kapelle. Vor 100 Jahren, am 16. August 1926, starb er dort.
Geschäftsmann, Brauer und Verleger
Landmann wurde am 13. Dezember 1860 in Lünen in Westfalen geboren. Er erlernte den Beruf des Uhrmachers und Optikers und hielt sich vor seiner Zeit in Tsingtau bereits einige Zeit in Südamerika auf. Um die Jahrhundertwende eröffnete er in Tsingtau ein Geschäft. Im Adressbuch von Januar 1901 wird seine Firma als „G. Landmann. Export, Import, Spezialgeschäft für Uhren und Goldwaren, Geschäftslokal: Marktstraße“ geführt.
Im Dezember 1901 heiratete der damals ledige Landmann in Shanghai die 27-jährige Maria Goldschmidt. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits unternehmerisch in Tsingtau tätig. Am 22. Januar 1901 wurde die von ihm gemeinsam mit dem aus Deutschland geholten Braumeister Ludwig Kell gegründete Brauerei Landmann-Kell ins Handelsregister eingetragen. Die Brauerei war die erste in Tsingtau, musste aber nach zwei Jahren wegen mangelnden Erfolgs wieder schließen. Auch im Adressbuch von 1902 ist sie noch verzeichnet.
Darüber hinaus betätigte sich Landmann als Verleger und gab wie andere Firmen Postkarten mit Ansichten von Tsingtau heraus.
Von Tsingtau nach Oberlahnstein
Landmann hatte sein Wohnhaus in Tsingtau zunächst in die Prinz-Heinrich-Straße verlegt und zu einem stattlichen Haus ausbauen lassen. Das Gebäude steht noch heute in der Guangxi Road 27. Im Jahr 1908 schickte er seine Frau und die drei in Tsingtau geborenen Söhne nach Deutschland. Im Mai 1909 verließ er Tsingtau selbst endgültig.
Über Frankfurt am Main zog die Familie im August 1909 nach Oberlahnstein. Dort wurden dem Paar noch drei weitere Söhne geboren. Das Haus in Tsingtau vermietete Landmann. Nachdem im Ersten Weltkrieg die Japaner die Stadt besetzt hatten, wurde sein Grund- und Hauseigentum wie aller deutscher Besitz beschlagnahmt und verkauft.
Das Haus Rheineck in Lahnstein
In Lahnstein erinnert bis heute das 1897 erbaute Haus Rheineck an die Familie Landmann. Das Gebäude steht gegenüber der Heilig-Geist-Kapelle und war ab 1909 Wohnsitz der Familie. Die heutige Küstenmetropole Qingdao in der Volksrepublik China, die von 1898 bis 1918 Hauptstadt der deutschen Kolonie Kiautschou war, ist noch heute weltweit für das Tsingtao-Bier bekannt. Die dortige Brauerei wurde 1903 von deutschen Kolonialisten als Germania-Brauerei gegründet.
Gottfried Landmann starb am 16. August 1926 in Oberlahnstein. Seine Witwe Marie starb dort am 20. März 1960.
Bildhinweis: Eine Ansichtskarte um 1910 zeigt das Haus Rheineck beziehungsweise die Villa Landmann gegenüber der Heilig-Geist-Kapelle.
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