Koblenz diskutiert klimafreundliche Fuhrparks
Wie Unternehmen und Kommunen ihre Fuhrparks wirtschaftlich elektrifizieren können, stand im Mittelpunkt der Fachveranstaltung „Elektrisch unterwegs: Elektromobilität für Unternehmen und Kommunen“ in Koblenz. Mehr als 80 Teilnehmende befassten sich dabei mit passenden Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur und der Einbindung erneuerbarer Energien.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Klimabeirat der Stadt Koblenz gemeinsam mit der Stadt, der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz, dem Klimabündnis Koblenz sowie der IHK und der HWK Koblenz. Staatssekretär Markus Wolf vom rheinland-pfälzischen Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr eröffnete sie. Für den betrieblichen Einsatz seien geeignete Fahrzeuge, verlässliche Ladeinfrastruktur und leistungsfähige Stromnetze entscheidend, betonte er.
Stadt und Handwerk setzen auf Elektrofahrzeuge
Die Handwerkskammer Koblenz nutzt nach Angaben ihres Hauptgeschäftsführers Ralf Hellrich bereits 20 Elektrofahrzeuge für Mitarbeitende. Eine vor sechs Jahren vorgenommene Wirtschaftlichkeitsberechnung habe sich bewährt; die Fahrzeuge könnten auch privat genutzt werden. Hellrich verwies zudem auf den Qualifizierungsbedarf im Handwerk, den moderne Fahrzeugtechnik und autonomes Fahren mit sich brächten.
Auch die Stadt Koblenz elektrifiziert ihre Flotten. Oberbürgermeister David Langner zufolge ist die städtische Dienstwagenflotte bereits weitgehend elektrisch. Der kommunale Entsorgungsbetrieb verfügt derzeit über 33 batterieelektrische Fahrzeuge. Bis Ende 2026 soll die Zahl auf 49 und bis Ende 2027 auf insgesamt 83 steigen.
Eine Photovoltaikanlage auf einem Parkplatz soll künftig 1,57 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Auch die Koblenzer Busflotte soll elektrifiziert werden. Dafür sind laut Langner erhebliche Investitionen und ein neuer Betriebshof nötig, um die Stromversorgung sicherzustellen.
Einsatzprofil und Ladestandort entscheidend
Uwe Diederichs-Seidel von der Lotsenstelle für alternative Antriebe RLP erklärte, Elektrofahrzeuge seien für viele betriebliche und kommunale Einsätze bereits eine Alternative zu Verbrennern. Maßgeblich seien das jeweilige Einsatzprofil und die Möglichkeit, zuverlässig und möglichst am Standort zu laden. Unternehmen und Kommunen sollten außerdem die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer, die Investitionen in Ladeinfrastruktur und mögliche Fördermittel frühzeitig berücksichtigen.
Wie Ladeinfrastruktur für den Güterverkehr geplant und wirtschaftlich betrieben werden kann, erläuterte Dr. Andreas Pfeiffer, Geschäftsführer der greenventors GmbH, am Beispiel des E-Lkw-Ladeparks Niederzissen. Weitere Vorträge behandelten unter anderem Stromnetze, Batterietechnik, Photovoltaik-Eigenversorgung und Mobilitätsmanagement. Dabei ging es auch um intelligentes Energiemanagement, Smart Charging, dynamische Tarife und Energy Sharing.
Vorgestellt wurden zudem Lastenräder für den Stadtverkehr und kleine elektrische Nutzfahrzeuge für Grünpflege, Reinigung und Logistik. Praxisbeispiele und eine Fahrzeugausstellung zeigten Lösungen für unterschiedliche betriebliche und kommunale Einsatzbereiche. Zentrales Thema blieb, wie Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur, Energieversorgung und Mobilitätsplanung zusammenwirken.
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