Inklusion im Fokus beim deutschen Vorentscheid „Cupi’s Spoon 2026“ auf dem Rochusberg
Hildegard-Forum und Hildegard-Forum betonen Fähigkeiten und Professionalität bei Küche, Service und Wettbewerb.
Auf dem Rochusberg in Bingen ist am Freitag der deutsche Vorentscheid des europaweiten Gastronomie-Wettbewerbs „Cupi’s Spoon 2026“ ausgetragen worden. Gastgeber war das Hildegard-Forum, ein Integrationsbetrieb der Kreuzschwestern, der Menschen mit Behinderung berufliche Perspektiven in Küche und Service bietet.
Oberbürgermeister Thomas Feser begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie zahlreiche Gäste, darunter den kroatischen Honorarkonsul Victor Piel. Der Cupi’s Spoon ist ein internationaler Kochwettbewerb für Menschen mit Behinderungen, der auf eine Initiative des kroatischen Vereins UNUO zurückgeht, gegründet von Silvia und Vedran Habel. Das große Finale wird traditionell in Kroatien ausgetragen. In diesem Jahr findet die Veranstaltung bereits zum dritten Mal statt, nachdem frühere Ausgaben in Mainz stattfanden.
„Der Cupi’s Spoon zeigt eindrucksvoll, worum es bei gelebter Inklusion geht: Menschen werden nicht auf vermeintliche Grenzen reduziert. Stattdessen stehen ihre Fähigkeiten, ihre Kreativität, ihr Einsatz und ihre Freude an der Arbeit im Mittelpunkt“, sagte Thomas Feser in seiner Begrüßungsrede.
Beim Wettbewerb wurde gekocht, gemixt, probiert und präsentiert. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur der sportliche Vergleich, sondern vor allem die Sichtbarkeit von Talent, Professionalität und Leidenschaft der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
„Ein Wettbewerb wie dieser schafft Aufmerksamkeit. Er macht deutlich, dass Teilhabe am Arbeitsleben auch für Menschen mit Behinderungen selbstverständlich sein muss. Denn eine vielfältige Arbeitswelt ist nicht nur gerechter – sie ist auch stärker, menschlicher und erfolgreicher“, betonte das Binger Stadtoberhaupt.
Ozan Özalp vertrat beim Wettbewerb den gastgebenden Betrieb. Er kocht seit zwei Jahren im Hildegard-Forum und begeisterte die dreiköpfige Jury mit Lachsfilet mit Fenchel-Orangengemüse und Gewürzbulgur.
Vanessa Saieva vom Landhaus Gräfendrohn servierte Rindertatar mit marinierten Blattsalaten und Focaccia. Mit diesem Gericht erreichte sie das Finale und fährt nun nach Zagreb.
Die Sparte Cocktails vertraten Thomas Köstlmeier mit einem alkoholfreien Rhabarber Spritz und Heiko Allmann, der bereits von Anfang an am deutschen Wettbewerb teilnimmt, mit einem alkoholfreien Ipanema. Beide sind von in.betrieb Ingelheim. Heiko Allmann wird ebenfalls zum Finale nach Kroatien reisen.
Hildegard-Forum als gelebtes Beispiel für Inklusion
Das Hildegard-Forum sei für diesen Anspruch seit vielen Jahren ein überzeugendes Beispiel, so der Oberbürgermeister. Als Integrationsbetrieb biete das Haus Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz, an dem Kompetenz und Persönlichkeit gleichermaßen zählten.
„Wer hier zu Gast ist, spürt schnell: Inklusion ist kein abstrakter Begriff. Sie wird im täglichen Miteinander gelebt – im Service, in der Küche, in der Begegnung mit den Gästen und im gegenseitigen Respekt“, so Thomas Feser weiter.
Dass der deutsche Vorentscheid ausgerechnet hier ausgetragen wurde, passe deshalb besonders gut.
In seiner Rede erinnerte der Oberbürgermeister zudem an Joachim Hermann, der 2024 beim Cupi’s Spoon das internationale Finale erreichte und mit dem zweiten Platz, dem „Silbernen Löffel“, einen großen persönlichen wie auch für das Hildegard-Forum bedeutsamen Erfolg feierte. Joachim Hermann ist Ende vergangenen Jahres verstorben.
„Sein Erfolg bleibt in Erinnerung – als Anerkennung seines Könnens, seiner Ausdauer und seines Engagements. Und vielleicht ist er auch Ansporn für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die heute hier ihre Fähigkeiten zeigen“, sagte Thomas Feser.
Der Oberbürgermeister dankte allen Beteiligten, die den Wettbewerb möglich gemacht hatten. „Mit diesem Wettbewerbskonzept, das Barrieren abbaut und Chancen eröffnet, bringen Sie ein wichtiges Thema mitten in die Öffentlichkeit. Sie schaffen Räume, in denen Menschen ihre Stärken zeigen und Anerkennung erfahren können“, sagte er.
Besonderer Dank galt der Betriebsleiterin des Hildegard-Forums, Marianne Jagla, sowie dem gesamten Team für Gastfreundschaft, Organisation und den täglichen Einsatz für Inklusion und Teilhabe.
Bereits im Vorfeld hatte Oberbürgermeister Feser den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das Finale gute Reise und unvergessliche Eindrücke gewünscht. Unabhängig vom Ausgang des Wettbewerbs leiste jede und jeder Teilnehmende einen wichtigen Beitrag dazu, dass Inklusion sichtbarer werde und selbstverständliche Realität werden könne.
Für die musikalische Umrahmung des Tages sorgten Michael Knopp mit seiner Partnerin Lisa. Emotional und sehr berührend wurde als Auftakt und bei der Siegerehrung für alle Teilnehmer „Heroes“ von David Bowie gespielt. Während sich die Jury beriet, präsentierten die beiden außerdem ein eigens für den Wettbewerb geschriebenes Lied.
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