Binger Freimaurerloge übergibt historisches Archiv an Stadtarchiv
Die Binger Freimaurerloge „Zum Tempel der Freundschaft“ hat am 28. Oktober den Großteil ihres historischen Archivs als Depositum an das Stadtarchiv Bingen übergeben. Die Unterlagen sollen dort dauerhaft gesichert und künftig für die öffentliche Forschung sowie für interessierte Archivbesucherinnen und -besucher zugänglich gemacht werden. Eigentümerin bleibt die Loge.
Der Bestand umfasst fünf Archivkartons. Er besteht vorwiegend aus Schriftverkehr aus der Nachkriegszeit und enthält außerdem Protokolle, Korrespondenzen, Satzungen, Einladungen, Zeitungsberichte sowie Unterlagen zu Ausstellungen. Die Dokumente geben Einblicke in die Geschichte der Loge, ihre Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg, ihre Mitglieder und Aktivitäten.
Die Loge wurde 1867 konstituiert; ihre Wurzeln reichen bis zu einem 1860 gegründeten freimaurerischen Kränzchen zurück. Vor dem Zweiten Weltkrieg gehörten ihr mehr als 60 Mitglieder an, darunter Persönlichkeiten aus Handel, Gewerbe, Bildung und Verwaltung sowie jüdische Bürger der Stadt. Unter dem Druck des NS-Regimes wurde die Loge 1937 zur Zwangsschenkung ihres Logenhauses samt Inventar gezwungen. Das Gebäude wurde im Krieg getroffen und brannte aus.
Unterlagen können künftig eingesehen werden
Als Gründe für die Übergabe nennt die Stadt fehlende Lagerkapazitäten, die professionelle Aufbewahrung und die Möglichkeit, die Dokumente zugänglich zu machen. Interessierte, die Unterlagen einsehen möchten, können sich an Stadtarchivarin Petra Tabarelli wenden: per E-Mail an [email protected] oder telefonisch unter 06721 184-354.
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