Jean-Claude Juncker erhält Georg-Scheu-Plakette bei Scheu-Preis-Verleihung
550 Gäste erleben musikalische Begleitung und Weinproben bei der Ehrung des 25. Scheu-Preises auf der Alzeyer Wein- und Sektterrasse
Auf der Alzeyer Wein- und Sektterrasse ist Jean-Claude Juncker mit der Georg-Scheu-Plakette ausgezeichnet worden. Bei der Verleihung des 25. Scheu-Preises erlebten 550 Gäste einen Nachmittag, der nach Angaben der Veranstalter von der Europahymne der AZ Big Band, 14 Weinen aus dem Alzeyer Land und vielen persönlichen Momenten geprägt war.
Juncker, ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission und langjähriger Premierminister Luxemburgs, ist der erste Nicht-Deutsche, der die nach dem Alzeyer Rebzüchter Georg Scheu benannte Medaille erhalten hat. Die Auszeichnung wird gemeinsam von der Stadt Alzey, der Interessengemeinschaft Wein- und Sektterrasse, dem Landkreis Alzey-Worms und der Allgemeinen Zeitung Alzey verliehen.
Vom Luxemburg-Besuch zur Auszeichnung in Alzey
Den Angaben zufolge begann die Verbindung zwischen Juncker und dem Scheu-Preis im Mai dieses Jahres mit einer Weinprobe in Luxemburg. Vertreter aus Rheinhessen hatten den früheren EU-Kommissionspräsidenten dort mit zwölf Flaschen Wein aus dem Alzeyer Land besucht und ihn zu der Auszeichnung eingeladen. Juncker erklärte dazu, seitdem er wisse, dass er den Preis bekomme, trinke er Wein.
Bei der Verleihung sagte Juncker, er freue sich, in Alzey zu sein. Zugleich betonte er die Bedeutung Europas und verglich sie mit dem Weinbau, der ebenfalls Hege und Pflege brauche. Europa und der Wein brauchten beide das Gleiche, sagte er nach Angaben der Mitteilung. Es gehe um harte Arbeit und um Wachsamkeit gegenüber den Errungenschaften eines geeinten Europas, allen voran dem Frieden.
Laudatio und musikalischer Rahmen
Die Laudatio hielt Udo van Kampen, selbst Träger der Georg-Scheu-Plakette aus dem Jahr 2002 und langjähriger EU-Korrespondent. Er würdigte Juncker als Mann des Dialogs, der auch in schwierigen Situationen für ein geeintes und starkes Europa eingetreten sei. Van Kampen erinnerte zudem an Junckers persönliche Art, Menschen zu begrüßen, und an dessen Entscheidung, einen Termin der amerikanischen Regierung abzusagen, weil er bereits ein Abendessen mit seiner Frau geplant hatte.
Für die musikalische Begleitung sorgte die AZ Big Band. Mit der Europahymne entstand nach Angaben der Veranstalter ein besonderer Moment, als sich die 550 Gäste erhoben. Insgesamt wurden bei der Veranstaltung 14 Weine aus dem Alzeyer Land vorgestellt. Durch die Weinprobe führten Thomas Ehlke und René Harth.
Rückblick auf die Auszeichnung
Ingo Stütz, Vorsitzender der IG Wein- und Sektterrasse, eröffnete die repräsentative Weinprobe und blickte zugleich auf den aktuellen Jahrgang. Trotz der Herausforderungen durch den Klimawandel, der die Lese teils vor das Winzerfest verschoben habe, sehe er Grund zur Freude. Nach seinen Angaben wird 2026 wahrscheinlich einer der besten Jahrgänge werden.
Juncker selbst kündigte an, gerne wieder nach Alzey zu kommen. Am liebsten würde er erneut erscheinen, wenn der Scheu-Preis wieder an einen Europäer gehe und wenn möglich zur 100. Verleihung der Scheu-Medaille. Bürgermeister Steffen Jung sagte, es sei an diesem Nachmittag mehr entstanden als eine Preisverleihung. Es sei ein europäischer Moment mitten in Alzey und mitten im Winzerfest gewesen. Mit Juncker sei der Scheu-Preis wirklich europäisch geworden, so Jung.
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