Bundeswehr unterzeichnet Rahmenverträge für „G-CAP Inland – Stufe 1“
Rund 300 Gebäude an etwa 130 Liegenschaften für etwa 63.000 Unterkunftsplätze sowie Übergangslösungen über SIPGO
Die Bundeswehr will ihren infrastrukturellen Aufwuchs mit neuen, modularen Bauverfahren deutlich beschleunigen. Am 27. August 2026 wurden dazu die Rahmenverträge für das Projekt „German Armed Forces – Contractor Augmentation Program (G-CAP) Inland – Stufe 1“ unterzeichnet. Nach Angaben der Pressemitteilung setzt die Bundeswehr damit auf eine zeitsparende serielle und modulare Bauweise mit standardisierten Gebäudetypen, bei der Planung, Bau und Wartung möglichst aus einer Hand erfolgen.
Ab dem kommenden Jahr sollen auf dieser Grundlage rund 63.000 neue Unterkunftsplätze entstehen. Die Bundeswehr begründet das Vorhaben mit dem erwarteten personellen Aufwuchs und dem damit verbundenen Bedarf an zusätzlicher Infrastruktur. Insbesondere Rekrutinnen und Rekruten des Neuen Wehrdienstes sollen angemessen untergebracht werden. Bereits im Oktober 2025 hatte der Bundesminister der Verteidigung angekündigt, das im Ausland für Feldlager genutzte G-CAP-Modell auf den Inlandseinsatz zu übertragen.
Rund 300 Gebäude in etwa 130 Liegenschaften
Die nun geschlossenen Rahmenverträge umfassen rund 300 Gebäude in rund 130 Liegenschaften. Dazu zählen standardisierte Kompaniegebäude mit vorgeplanten Unterkunfts- und Funktionsbereichen, Lehrsäle und Waffenkammern. Mit den zusätzlich vorgesehenen Funktionsgebäuden sollen insgesamt rund 63.000 Unterkunftsplätze geschaffen werden. Diese verteilen sich auf 54.000 Betten für Wehrdienstleistende sowie 9.000 Betten für Ausbilderinnen und Ausbilder.
Nach Angaben der Mitteilung sind neben den Bauverwaltungen des Bundes und der Länder auch die Bauverwaltungen der Bundeswehr selbst berechtigt, aus den Rahmenverträgen abzurufen. Die ersten Abrufe sollen bereits Anfang September dieses Jahres erfolgen. Geplant ist außerdem, dass bis zum Ende des ersten Halbjahres 2027 insgesamt 14 Gebäude fertiggestellt werden.
Stufe 2 mit weiteren Gebäudetypen geplant
Das Projekt G-CAP Inland Stufe 1 ist nach Darstellung der Bundeswehr nur der Auftakt für eine weiter beschleunigte Infrastrukturbereitstellung. In einer späteren Stufe 2 sollen ganze Liegenschaften in modularer und serieller Bauweise entstehen. Dafür sollen Rahmenverträge eine schnelle, bürokratie- und planungsarme Errichtung ermöglichen. Genannt werden in diesem Zusammenhang unter anderem Verpflegungseinrichtungen, Sportanlagen, Sanitätseinrichtungen sowie technische Bereiche und Betreuungseinrichtungen. Auf diese Weise sollen neue Liegenschaften in kurzer Zeit vollständig ausgestattet oder bestehende Standorte bedarfsgerecht ergänzt werden können.
Übergangslösung mit Containergebäuden
Bis die feste Infrastruktur aus G-CAP Inland Stufe 1 zur Verfügung steht, nutzt die Bundeswehr das Sonderprogramm Infrastrukturbedarf Personalgewinnungsorganisation, kurz SIPGO. Damit sollen bis Ende September 2026 insgesamt rund 8.600 zusätzliche Unterkunftsplätze in containerbasierten Gebäuden bereitgestellt werden. Dafür werden derzeit rund 4.800 Unterkunftscontainer in 32 Liegenschaften bundesweit aufgestellt.
Den Abschluss der Mitteilung bildete eine Baufeier am Standort Gerolstein, mit der der Erfolg am Vortag gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Bundesministeriums der Verteidigung, des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, des Bundesamts für das Personalmanagement der Bundeswehr sowie regionalen und kommunalen Vertreterinnen und Vertretern gewürdigt wurde.
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