„slow and deep – zeichnung“ im Kreishaus Landau

Im Kreishaus Südliche Weinstraße in Landau zeigt Natascha Brändli aus Burrweiler bis 16. Oktober die Ausstellung „slow and deep – zeichnung“.

Von Redaktion LK Südliche Weinstraße2 Min. Lesezeit
en: 1) Bei der Vernissage im Kreishaus: Natascha Brändli (Mitte) mit Barbara Auer, ehemalige Direktorin des Kunstvereins Ludwigshafen, und Landrat Dietmar Seefeldt.

Foto: suedliche-weinstrasse.de

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Im Kreishaus der Südlichen Weinstraße in Landau ist derzeit die Ausstellung „slow and deep – zeichnung“ der Künstlerin Natascha Brändli aus Burrweiler zu sehen. Bei der Vernissage Mitte September stand nicht nur die Kunst im Mittelpunkt, sondern auch der persönliche Austausch: Statt einer Laudatio führte Barbara Auer, ehemalige Direktorin des Kunstvereins Ludwigshafen, ein Künstlerinnengespräch mit Brändli.

Zur Eröffnung lud die Künstlerin die Besucherinnen und Besucher außerdem ein, selbst aktiv zu werden. Wer mochte, nahm Stift und Papier zur Hand und zeichnete eine Linie auf ein Blatt Papier. Brändli wollte damit einen kurzen Moment der Ruhe schaffen und das Publikum unmittelbar in ihr künstlerisches Konzept einbeziehen.

Landrat Dietmar Seefeldt betonte in seiner Begrüßung den Wert von Kultur und verwies darauf, dass Ausstellungen im Kreishaus immer wieder zeigten, wie wichtig kulturelle Angebote seien. Zugleich unterstrich er, dass Kultur frei und sichtbar bleiben müsse.

Zwei Stockwerke, zwei künstlerische Welten

Die Ausstellung verteilt sich auf zwei Etagen des Kreishauses. Im Erdgeschoss sind neben filigranen Zeichnungen auch farbenfrohe Ölgemälde zu sehen, darunter das Werk „das große gelb“, das von einem Bienenstock inspiriert ist.

Im Obergeschoss hängen Arbeiten, die regelmäßige Leserinnen und Leser der „Rheinpfalz am Sonntag“ aus der Rubrik „Alltagsmanager“ kennen. Seit 19 Jahren zeichnet Brändli dort passend zum jeweiligen Thema Mitglieder einer farbenfrohen Familie, mit denen sie sich nach eigener Aussage sehr verbunden fühlt.

Barbara Auer erläuterte bei der Vernissage auch, dass Brändli neben klassischen Materialien wie Graphit auf Papier ebenso neue Technologien nutzt. Bereits 2017 habe sie einen 3D-Drucker eingesetzt, um Zeichnungen im dreidimensionalen Raum per Hand geführt anzulegen. Zudem arbeite sie mit einer autarken VR-Brille und schaffe damit dreidimensionale, begehbare Zeichnungen.

Ein Druckbleistift in der Ausführung 2B, 0,9 Millimeter, sei seit ihrem Modedesign-Studium in Pforzheim ihr bevorzugtes Werkzeug, heißt es in der Mitteilung. Brändli selbst beschreibt die größte Herausforderung ihres künstlerischen Schaffens darin, mit sich selbst verbunden zu sein.

Verbindendes Element aus Draht

Als verbindendes Element zwischen den beiden Stockwerken dient das Werk „sleep“. Sieben jeweils sechshundert Gramm schwere Ovale hängen darin in einem Konglomerat aus Messingdraht von der Decke des Kreishauses. Der Titel ist von Pottwalen inspiriert, die aufrecht in Gruppen schlafen. Für Brändli steht das Oval symbolisch für den Menschen.

Der ursprünglich 600 Meter lange Messingdraht war 2023 bei der „Radiale – Kunst im Kreis“ als „bienenflut – eine wiesenzeichnung“ über ein Jahr auf der Wiese am grünen Hang der Burgfeste Dilsberg installiert. Dort habe er die vier Jahreszeiten in sich gespeichert und entsprechende Spuren mit sich getragen, berichtete die Künstlerin.

Diese Drahtzeichnung brachte Brändli mit Hilfe eines Stabs zum Klingen. Anschließend zeichnete das Publikum eine Linie auf eine Postkarte. Die gesammelten Werke fügte die Künstlerin später zu einem neuen Kunstwerk mit dem Titel „Gemeinsam eine Linie ziehen im Tempo des Atems“ an einer Wand des Kreishauses zusammen und eröffnete damit die Ausstellung.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist noch bis einschließlich 16. Oktober zu sehen. Geöffnet ist sie montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr sowie montags, dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr.

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