Runder Tisch Eifel gegen Gewalt feiert 25 Jahre in Wittlich

Der Regionale Runde Tisch (RRT) Eifel gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen hat sein 25-jähriges Bestehen mit einem Besuch in der Justizvollzugsschule in Wittlich verbunden. Eingeladen hatten die geschäftsführenden Kommunalen Gleichstellungsbeauftragten der Landkreise Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm und Vulkaneifel. An dem Termin nahmen 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer teil.
Unter den Gästen waren auch Landrätin Julia Gieseking, Landrat Andreas Hackethal und Prof. Dr. Jörn Patzak, Direktor der Justizvollzugsanstalt. Die kommunalpolitischen Vertreterinnen und Vertreter unterstrichen mit ihrer Anwesenheit nach Angaben der Veranstalter die Bedeutung des Netzwerks für die Region.
Einblick in Ausbildung und Strafvollzug
In der Justizvollzugsschule werden nach Angaben der Einrichtung alle Justizvollzugsbeamten aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland ausgebildet. Dort befindet sich auch das Justizvollzugsmuseum. Die JVA Wittlich ist das größte Gefängnis in Rheinland-Pfalz mit Justizvollzugskrankenhaus und Jugendstrafanstalt.
Behördenleiterin Birgit Kunz de Boer begrüßte die Gäste im Museum und berichtete über die Ausbildung im Vollzug. Sie wies darauf hin, dass es sich landesweit um das einzige „Knastmuseum“ handelt. Auf 80 Quadratmetern wird dort die Geschichte des Strafvollzugs seit 1902 dokumentiert.
Thomas Reichert, Diakon in der JVA, führte die Gruppe durch die Ausstellung. Zu sehen waren historische Arrestzellen, nachgebaute Arbeitsplätze sowie heimlich von Gefangenen hergestellte Gegenstände wie selbstgebaute Messer und Pistolenattrappen. Auch verschluckte Gegenstände werden in der Ausstellung thematisiert.
Die Entwicklung des Strafvollzugs ist dort ebenfalls dargestellt. So wurde 1835 noch „das Fleisch am Feiertag entzogen“, während es heute Einschränkungen beim Einkauf sind. Die Rechte der Gefangenen regelte erstmals ein Bundesgesetz aus dem Jahr 1977.
Projekt „Rückenwind“ vorgestellt
Im Anschluss stellte sich das Projekt „Rückenwind“ vor. Es ist nach Angaben der Veranstalter in dieser Form einmalig in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen Angehörige von Strafgefangenen, insbesondere Partnerinnen und Kinder. Sie sind oft von sozialer Ausgrenzung, Scham und Stigmatisierung betroffen und erhalten bei „Rückenwind“ Beratung und Unterstützung. Das Projekt feiert in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen.
Bei Kaffee und Kuchen aus der anstaltseigenen JVA-Bäckerei ließen die Mitglieder des RRT die Eindrücke des Besuchs Revue passieren. Zusammen mit Beate Stoff, Mitbegründerin des RRT Eifel und seit 25 Jahren Moderatorin, blickten sie auf die Anfänge und die zurückliegenden 25 Jahre Netzwerkarbeit zurück.
Regelmäßige Treffen in drei Kreisstädten
Der Runde Tisch Eifel gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen beziehungsweise häusliche Gewalt tagt dreimal im Jahr in den Kreisstädten Bitburg, Daun und Wittlich. Dabei werden gesetzliche Entwicklungen wie die Istanbul-Konvention und das Gewalthilfegesetz sowie die jeweiligen strukturellen Auswirkungen mit Fachkräften erörtert. Außerdem werden Erfahrungen und Hilfsangebote vorgestellt. Nach Angaben der Beteiligten ermöglicht diese Vernetzung Synergien über Landkreisgrenzen hinweg.
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