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Betreff: PM: Solarstrom ja – aber wo?
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit der Bitte um Veröffentlichung.
Solarstrom ja – aber wo?
Stadtrat befindet über Freiflächen-Photovoltaik-Konzept
Wenn Kaiserslautern seine selbst gesteckten Klimaziele erreichen will,
spielen Photovoltaik-Anlagen eine wesentliche Rolle. Neben
Photovoltaikanlagen auf Dachflächen von Gebäuden oder auch mit PV
überdachte Parkplatzflächen könnten auch große Freiflächenanlagen
wesentlich dazu beitragen, dass die Stadt möglichst energieautark wird und
von fossilen Energieträgern wegkommt. Doch wo könnten im Stadtgebiet
Freiflächen-Photovoltaikanlagen entstehen? Darüber herrschte in den
politischen Gremien der Stadt und ihren Ortsteilen am Anfang keine
Einigkeit. Der Stadtrat hat sich in seiner Sitzung am 2. Februar daher für
einen Kompromiss entschieden.
Zur Debatte stand formell eine Teilfortschreibung des
„Flächennutzungsplans 2025“, in dem unter anderem Potenzialflächen für
PV-Anlagen gelistet sind. Zur Ermittlung von Flächen im Stadtgebiet, die
sich für die Errichtung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen eignen würden,
wurde vom Referat Stadtentwicklung ein „Freiflächen-Photovoltaik Konzept“
erarbeitet. Insgesamt 55 sogenannte Potenzialflächen mit einer Gesamtgröße
von 265 Hektar waren darin aufgelistet, die vorwiegend topographisch
bedingt vor allem in den Ortsbezirken im Norden der Stadt liegen, wo auch
größere Freiflächen vorhanden sind. Für diese Potenzialflächen ist
zukünftig die Aufstellung eines Bebauungsplans und damit verbunden die
Schaffung von Baurecht erforderlich, ehe eine
Freiflächen-Photovoltaikanlage tatsächlich gebaut werden kann. Hinzu
kommen weitere 80 Hektar an „privilegierten Flächen“, für die auf Grund
von Regelungen im Baugesetzbuch kein Bebauungsplan notwendig ist, etwa an
zweispurigen Bahnstrecken oder entlang der Autobahn innerhalb eines
Korridors von zweihundert Metern. Ebenfalls dazu kommen rund 18 Hektar an
Parkplatzflächen, wo man mit aufgeständerten PV-Anlagen Strom produzieren
könnte – allerdings liegen diese Flächen meist in Privathand, so dass die
Stadt hier wenig Einfluss hat. Der Bauausschuss hatte das Konzept im Juni
2025 beschlossen.
Stein des Anstoßes in den Ortsbeiräten, wo das Konzept danach zur
Abstimmung stand, waren indes die Potenzialflächen. Vielerorts wurden
Änderungen vorgenommen. Übrig geblieben nach diesen Voten waren nur noch
insgesamt rund 160 der ursprünglich 265 Hektar. Die Ratsmitglieder mussten
sich also entscheiden, ob sie den Voten der Ortsbeiräte folgen und die
reduzierte Flächenkulisse beschließen oder ob alle ursprünglich potenziell
in Frage kommenden PV-Flächen weiterhin im Flächennutzungsplanverfahren
mitgeführt werden sollen.
Am Ende stand nach längerer Diskussion ein im Bauausschuss Ende Januar
entwickelter Kompromiss, dem dann auch im Stadtrat am 2. Februar eine
Mehrheit folgen konnte: Die nach den Ortsbeiratsbeschlüssen verbleibenden
160 Hektar werden weiterhin als Potenzialflächen ausgewiesen. Die von den
Ortsbeiräten abgelehnten Flächen werden aber nicht gestrichen, sondern als
neue Kategorie ebenfalls im Konzept bleiben und gelten nun als
Reserveflächen. Sie kämen dann zum Zuge, wenn zusätzliche Flächen
geschaffen werden müssten.
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